BIBLIOTHEK
Die Bibliothek umfasst etwa 3000 inventarisierte Bände, die alle in einer Kartei und einem Stichwortverzeichnis erfasst sind.
Die Bücher gliedern sich in verschiedene Gruppen:
Es finden sich neben Bildbänden vor allem Ortschroniken und historische Werke, aber auch Mundartdichtung und schöngeistige Literatur. Einen breiten Raum nehmen die Noten und Liederbücher ein, ebenso Gebetbücher, handgeschriebene Kochbücher, Stammbücher und Tagebücher.
Eine eigene Abteilung der Bibliothek nimmt die große Landkartensammlung mit Reiseführern ein, der eine reichhaltige Ansichtskartensammlung angeschlossen ist.
In der Sammlung der Periodika, die laufend ergänzt wird, befinden sich Zeitungen und Zeitschriften vom Ende des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart.
In Dokumentationsmappen, die nach Orten und Personen geordnet sind, befinden sich topographisches und biographisches Material und zahlreiche Dokumente.
Die Bibliothek dient nicht nur allgemein Interessierten, sondern wird auch gerne von Forschern und Studenten genützt. Bücher können auch entliehen werden.
VOLKSKUNDLICHE SAMMLUNGEN
Das Mährisch-Schlesische Heimatmuseum verfügt über eine überaus große Anzahl an Exponaten, die dem Museum hauptsächlich durch Schenkungen oder durch Übergabe von Nachlässen zugeführt wurden. Die Sammlung wurde 1958 vom Bundesdenkmalamt unter Denkmalschutz gestellt. Die Gegenstände sind alle katalogisiert und durch Standortnummern im Depot leicht auffindbar. Zum Teil wurde der Bestand schon digital und fotographisch erfaßt. Die Sammlung ist in verschiedene Abteilungen gegliedert. Die wichtigsten davon sind: Bilder, Geschirr, Textilien, Hausrat, Brauchtum, religiöse Kunst und Krippen.
In der Bilderabteilung befinden sich Ölgemälde, Aquarelle, Original-Radierungen und Grafiken in verschiedenen Techniken. Die Werke sind vorrangig aus der Hand heimischer Künstler aus dem 19. und 20. Jahrhundert. Unter ihnen tauchen Namen auf wie Erich Hürden-Hlawatschek (Bad Karlsbrunn), Adolf Zdrarila (Troppau) und Hugo Flögel (Mähr. Trübau). Zum größten Teil sind es Landschaftsbilder und Portraits.
Die Geschirrsammlung ist unterteilt in Glas, Porzellan und Keramik.
Neben erlesenen Stücken des berühmten „Böhmischen Glases“, befinden sich in der Glassammlung auch Gebrauchsgegenstände aus den zahlreichen Glashütten des böhmisch-schlesischen Raumes, die in fast allen Haushalten verwendet wurden. Bei Glas kann man allerdings meist nicht den Ort der Herstellung feststellen, das Museum weiß jedoch durch die Angaben der Spender oft den Ort und die Zeit der Verwendung. Eine Besonderheit stellt die grosse, topographisch wertvolle Sammlung von Gläsern dar, die mit Ansichten von Städten, Gebäuden und Wallfahrtskirchen versehen sind, die es heute zum Teil nicht mehr gibt.
Glaspokal |
Porzellan |
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Im Unterschied zu den Gläsern kann man bei den Exponaten aus Porzellan durch die Markenzeichen fast immer die Manufakturen feststellen, in denen sie erzeugt wurden. Neben vollständigen Speise- und Kaffeeservicen ist die Sammlung reich an schönen Einzelstücken.
Die Keramik- und Steingutsammlung umfaßt zahlreiche Gebrauchsgegenstände, wie Gugelhupfformen, Milchkrüge, Schüsseln und Töpfe, die zum Teil in der Art des bekannten „Bůnzlaůer Geschirrs“ angefertigt sind.
Die Textilien sind ein Schwerpunkt im Mährisch-Schlesischen Heimatmuseum und bilden ein breit gefächertes Spektrum. Es reicht von Volkstrachten über Bürgerkleider, Trachtenhauben und anderen Kopfbedeckungen bis hin zu Leib-, Tisch- und Bettwäsche. Auch Babykleidung, mit alten Mustern versehen, gehört dazu.
Vielfältige Handarbeiten in verschiedenen Techniken wie Häkelei, Stickerei, Strickerei und zahlreiche Klöppelarbeiten vervollständigen die Sammlung.
Hervorzuheben sind die besonders schönen Leinendamast-Tischgedecke. Hatte sich doch in Mähren und Schlesien durch den bodenständigen Rohstoff „Flachs“ die Leinenweberei zur höchsten Perfektion entwickelt und das „Schlesische Leinen“ weltweit bekannt gemacht.
Durch den Werkstoff Leinen gewann auch die „Schlesische Weißstickerei“ große Bedeutung. Man findet sie an Bett- und Leibwäsche ebenso wie an Babykleidung und Trachtenhauben.
Klöppelsack |
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Schließlich gibt es noch eine große Anzahl an Hausrat, wie Bügeleisen, Kaffee- und Mohnmühlen, Beerenpflücker, Gewürzmörser, Bestecke und vieles mehr.
Unter den Brauchtumsgegenständen befinden sich unter anderm Osterklappern und „Schmeckosterruten“, wie sie nur in Schlesien verwendet wurden.
Die Abteilung „Religiöse Kunst“ umfaßt Rosenkränze, Heiligenbildchen, Weihbrunnkessel, Kruzifixe, etc.
Hervorzuheben wäre noch die ansehnliche Krippensammlung, die auch zum Teil schon bei der jährlich stattfindenden großen Krippenschau in der Wiener Peterskirche zu sehen war.
Krippe |
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TRACHTENSTUBE
Im Unterschied zu den ständig wechselnden Sonderausstellungen, die im Mährisch-Schlesischen Heimatmuseum gestaltet werden, stellt die Trachtenstube einen dauerhaften Schwerpunkt der Institution dar.
Werden bei den Themen der Sonderausstellungen oft auch andere Regionen mit einbezogen, z.B. Nordböhmen, der Böhmerwald, Südmähren oder die Sprachinseln, so beschränkt sich die Trachtenschau auf den eigentlichen Bereich, für den das Heimatmuseum zuständig ist: nämlich den ehemaligen Regierungsbezirk Troppau und das Beskidenland mit den Städten Teschen und Bielitz.
In diesem Gebiet haben sich in den vielen Talschaften der gebirgigen Gegend die Volkstrachten sehr verschiedenartig entwickelt und ihre charakteristischen Merkmale zum Teil bis zur Vertreibung 1945 lebendig erhalten. So werden hier Trachten aus den Heimatlandschaften Altvater-Schlesien, Nordmähren, Schönhengstgau und Kuhländchen, sowie aus Teschen und Bielitz-Biala gezeigt.
Zu sehen sind auch seidene Bürgerkleider aus dem Ende des 19. Jahrhunderts, sowie Alltagstrachten aus der Zwischenkriegszeit, ebenso Vereinstrachten, die nach 1945 in Wien nach alten Mustern angefertigt wurden.
Etwas Besonders stellt in diesem Raum die Verschiedenartigkeit der Kopfbedeckungen dar. Es gibt Leinenhäubchen mit reicher Weißstickerei, Tüllhäubchen, Goldhauben mit prachtvoll gestickten Haubenböden, aber auch kunstvoll gebundene Kopftücher, wie z. B. „der Sachs“ aus dem Schönhengstgau.
Die Holzschnitzerei war eine bodenständige Kunst, die meist in Heimarbeit betrieben wurde. Deshalb wird die Trachtenschau ergänzt mit einigen besonders schön geschnitzten Möbelstücken. Hervorzuheben sind zwei Hochzeitstruhen, von denen eine bemalte aus dem ländlichen Raum um Neutitschein stammt und eine reich geschnitzte aus einem Bürgerhaus in Jägerndorf.
Männertracht |
Frauentracht |
BESKIDENSTUBE
Die Sammlung des Österreichischen Heimatbundes Beskidenland http://beskidenland.heim.at nimmt als geschlossenes Ganzes in unserem Heimatmuseum eine Sonderstellung ein und ist auch in einem eigenen Raum – der Beskidenstube – untergebracht. Die Darstellung der Städte Bielitz-Biala und Teschen bildet den Schwerpunkt dieses Schauraumes.
Alte Dokumente, wissenschaftliche Arbeiten und Landkarten zeigen Bielitz-Biala als deutsche Sprachinsel. Jahresberichte der vielen Schulen geben ein deutliches Bild der Schulstadt Bielitz. Über das rege kulturelle Leben in dieser Stadt geben Theaterprogramme, Vereinsnachrichten, Konzertankündigungen und Fotos einen guten Überblick. Bielitz war außerdem auch die größte geschlossene evangelische Gemeinde mit dem einzigen Luther-Denkmal der Donaumonarchie neben dem in Asch in Böhmen. Wie wichtig Bielitz als Industriestadt war, zeigt allein schon ein Bild mit der Stadtansicht, umrahmt von allen seinen Fabriken, das 1872 bei der Weltausstellung in Wien ausgestellt war.
Bielitz |
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In einer eigenen Vitrine geben historische Werke Auskunft über die sehr bewegte Geschichte der Stadt und des Herzogtums Teschen.
1290 zum ersten Mal urkundlich als Herzogtum erwähnt, wird dieses bald ein Lehen der Böhmischen Krone. 1653 fällt es als kaiserlich-königliches Erbfürstentum an das Haus Habsburg, bis es 1765 Maria Theresia käuflich erwirbt, um es als unteilbares Mannslehen ihrer Lieblingstochter Erzherzogin Marie Christine zu schenken. Diese ist mit Herzog Albert von Sachsen verheiratet, der sich fortan Albert von Sachsen-Teschen nennt. In Wien hat sich dieser Mann durch die Gründung der graphischen Sammlung „Albertina“ ein bleibendes Denkmal gesetzt. Anläßlich seines 260. Geburtstages hat man 1998 im Rahmen einer Sonderausstellung im Mährisch-Schlesischen Heimatmuseum an sein Leben und sein segenreiches Wirken in Teschen erinnert. Nach dem Ersten Weltkrieg wird das Teschener Land zwischen den Polen und Tschechen aufgeteilt. Die Olsa bildet die Grenze, die mitten durch die Stadt Teschen verläuft.
Teschen genoß den Ruf einer ausgezeichneten Schulstadt, verfügte über ein großes kulturelles Angebot und hatte ein reges Vereinsleben. Zahlreiche Bücher, Aufsätze und Dokumente, die sich im Archiv des Museums befinden, geben darüber Auskunft. Viele Ansichtskarten vermitteln das Bild der Stadt und ihres Umfeldes.
Teschen |
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